Wieland von Hodenberg
Friedensaktivist & Autor

Rezension zum Buch von Michael Lüders "Wer den Wind sät... Was westliche Politik im Orient anrichtet" / C.H. Beck-Verlag

In dem Buch wird einleuchtend geschildert, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen seine Feinde immer wieder selbst erzeugt. Es ist eine Abrechnung mit westlicher Politik, die gerne für sich in Anspruch nimmt, „wertorientiert“ zu handeln. Eine derartige Politik hat im Nahen und Mittleren Osten vielfach verbrannte Erde hinterlassen. Die Akteure sind dabei in erster Linie die USA und ihr engster Verbündeter Großbritannien. Spätestens seit 9/11 gehören aber auch die übrigen Mitgliedsstaaten der EU dazu - nicht zuletzt Deutschland.

Wie die folgenden Ausführungen zeigen werden, hat sich das Grundmuster westlicher Interventionen in der arabisch-islamischen Welt über Jahrzehnte hinweg kaum verändert, allem voran die Neigung, die Konfliktparteien in „gut“ und „böse“ zu unterteilen. Das absolut Böse hat natürlich sein Pendant, das selbstlose Gute. Die Guten seien wir und die westliche Politik, weil diese angeblich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte stehen. Der Glaube an die eigene Allmacht scheint ungebrochen zu sein.

Ferner wird dargestellt, dass westliche Politik lieber auf Konfrontation als auf Kooperation setzt, und dass sie wenig Bereitschaft erkennen lässt, aus eigenen Fehlern zu lernen. So wird gefragt, ob beispielsweise der der „Krieg gegen den Terror“ Al-Quaida oder die Taliban geschwächt oder gar besiegt hat. Das Gegenteil ist der Fall – beide sind gestärkt daraus hervorgegangen.

Fakt ist, dass die USA seit 2001 in sieben mehrheitlich muslimischen Ländern militärisch interveniert, oder sie mit Drohnen angegriffen haben. Wahllos tötende Killerdrohnen setzen sie gerade heute zum Beispiel in Pakistan ein, aber sie führen keine offenen Kriege mit Bodentruppen mehr.


Dies alles wird in dem vorliegenden Buch gut, in leicht verständlicher Sprache, und vor allem sehr kenntnisreich vermittelt.

Der Cover-Text lautet dazu: „Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und zeigt die desaströsen Folgen, darunter Terror, Staatszerfall und der Siegeszug islamistischer Milizen. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – nur leider beschreibt er die Realität.“


Bestellung ISBN: 978-3-406-67749-6
€ 14.95
Mai 2018
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Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)