Wieland von Hodenberg
Friedensaktivist & Autor

Ostern ist mehr als nur ein Kinderfest mit Suchen von bunten Eiern...

Ostern ist mehr als nur ein Kinderfest mit Suchen von bunten Eiern…..

Diese Tage sind auch Tage der Ostermärsche. Die Aktionen sind eine von pazifistischen oder antimilitaristischen Motiven getragene politische Ausdrucksform der Friedensbewegung. Die Ursprünge gehen auf britische Atomwaffengegner in den 1950er Jahren zurück. Ihren zweiten Aufschwung und Höhepunkt erfuhren die Ostermärsche von 1979 bis 1983 in der Bewegung gegen die Neutronenbombe, und gegen die Aufrüstung mit den neuen Mittelstreckenraketen „Pershing-2“ und „Cruise Missile“ (NATO-Doppelbeschluss). Bis in die Gegenwart haben sich die Ostermärsche als alljährlich um die Osterfeiertage herum stattfindende Demonstrationsform der Friedensbewegung etabliert.

Der Bremer Ostermarsch

Auch hier in Bremen haben die Ostermärsche eine lange Tradition. In den 1980er und frühen 1990er Jahren konzentrierten sich die norddeutschen Ostermärsche auf die US-Garnison Garlstedt bei Osterholz-Scharmbeck - von den US-Militärs „Speerspitze der NATO“, und von uns Friedensbewegten „Hell off wheels“ (Hölle auf Rädern) genannt - von wo aus eine breite Panzertrasse mitten durch das waldreiche Erholungsgebiet Garlstedter Heide geschlagen wurde. Es war dies ein strategisches Projekt, im Militärjargon als „AirLand Battle-Doktrin“ bezeichnet, das den Militärs einen schnellen konventionellen oder atomaren Durchmarsch in Richtung Osten ermöglichen sollte. (Dies erinnert fatal an Hitlers „Blitzkrieg“ und soll es wohl auch). Dagegen gab es friedliche Proteste und Sitzblockaden vor dem Kasernentor auf der B6, woran auch zahlreiche Bremerinnen und Bremer teilnahmen. Meist waren diese Proteste von mittelschweren Polizeieinsätzen „begleitet“.

Später wurden im Zuge der Entspannungspolitik zwischen Gorbatschow und Reagan solche Eroberungspläne wieder fallengelassen. Heute befindet sich im Garlstedter Kasernenkomplex eine Logistikschule der Bundeswehr. 11.000 Soldaten werden dort für die Auslandseinsätze ausgebildet.

Schauplatzwechsel

Der weitläufige ehemalige sowjetische Truppenübungsplatz – im Volksmund „Bombodrom“ genannt und auf dem Territorium der früheren DDR gelegen, war ein Bombenabwurfgelände der sowjetischen Armee. Die Friedensgruppen vor Ort, die schon lange mit „Osterspaziergängen“ gegen den Bombenlärm protestierten, baten die Bremer OstermarschiererInnen um Unterstützung. Also fuhren wir hin und bekundeten auf diese Weise unsere Solidarität. Der Landkreis Ostpriegnitz-Ruppin hat eine mobile Ausstellung zum Gebiet des ehemaligen „Bombodroms“ entwickelt.

Später, als das „Bombodrom“ entmilitarisiert und renaturiert worden war, konzentrierten wir uns wieder ganz auf die Bremer Innenstadt, um dort unsere Osterkundgebungen abzuhalten. Unsere Forderungen lauten wie eh und je: Atomwaffen weltweit abschaffen! Bundeswehr raus aus allen Auslandseinsätzen!

VON DEUTSCHLAND MUSS FRIEDEN AUSGEHEN!

So halten wir es bis zum heutigen Tag.


( Autor: Wieland von Hodenberg)
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"In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts."

Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)