Mit der geplanten Lieferung der Transportpanzer macht sich die Bundesregierung nicht nur zum Komplizen, sondern zum direkten Kriegsteilnehmer im Irak. Die Absicht widerspricht den eigenen Exportrichtlinien vom Januar 2000 und desavouiert die kritische Position Schröders zu dem Krieg. Die Rüstungslieferung gefährdet die Position der Bundesrepublik Deutschland als vermittelnder Macht im Nahen Osten. Damit setzt sie sich der Gefahr aus, selbst Angriffsziel des irakischen Widerstandes zu werden. Dies sieht auch der Kasseler „Bundesausschuss Friedensratschlag“ so.
Der Beschluss der Bundesregierung ist im „Bremer Friedensforum“ ebenfalls auf heftige Kritik gestoßen. Er wurde bekanntlich vom Bundessicherheitsrat vorbereitet, einer Art Geheimclub, der bisher alle Rüstungsexporte genehmigt hat. Preußische Tradition lässt grüßen! Dieses Gremium wird weder vom Parlament, noch von sonst wem kontrolliert, entstammt also vordemokratischer Zeit, und daher dürfte es den seltsamen Club schon längst nicht mehr geben. Es sei denn, die alten Traditionen werden in einem neuen, militärisch ausgerichteten Europa wieder gebraucht. Das scheint absolut der Fall zu sein!
W.v.H., Leserbrief an die „Frankfurter Rundschau“, 7. Oktober 2004